Länder fordern mehr Studienplätze für Humanmedizin

Bei ihrer Konferenz in Baden haben sich die Landesgesundheitsreferenten einstimmig für mehr Studienplätze für Humanmediziner ausgesprochen. Eine Erhöhung sei ein Gebot der Stunde, um Probleme in zehn Jahren zu vermeiden, sagte Niederösterreichs LHStv. Wolfgang Sobotka (ÖVP) bei einer anschließenden Pressekonferenz.

Angesichts der demographischen Entwicklung und ihrer Auswirkung auf das Gesundheitssystem seien die Länder die Triebfeder der Gesundheitsreform, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka im Anschluss an die Landesgesundheitsreferentenkonferenz gemeinsam mit Landesrat Ing. Maurice Androsch, der Wiener Stadträtin Mag. Sonja Wehsely und Salzburgs Landeshauptmannstellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl die Ergebnisse der insgesamt 22 besprochenen Tagesordnungspunkte präsentierte.

Warten auf Rahmenbedingungen

"Es ist unabdingbar, die Studienplätze bei Humanmedizin zu erhöhen", stellte Sobotka an den Beginn seiner Forderungen. Bei der Gesundheitsreform sei es wichtig, die Zielsteuerung voranzutreiben, hier warte man auf das Primacy Healthcare Gesetz, auch für den Stabilitätspakt brauche man hinsichtlich der Kostendeckung die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Kinderreha: Hauptverband hat Standort festzulegen

An weiteren Forderungen nannte Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter eine Ausbildungsreform im Bereich der Pflege, die Ausschreibung der telemedizinischen Beratung TEWEB und die Kinderrehabilitation: "Die Länder sind bereit, jetzt ist der Hauptverband gefordert, endlich Standorte festzulegen".

Länder vermissen rechtliche Grundlagen

Wehsely bezog sich zunächst auf die Pflegeausbildung: Nach einer kurzen Übergangsphase "soll die Ausbildung für den gehobenen Dienst ausschließlich an Fachhochschulen erfolgen, nicht zuletzt, um die Ausbildung entsprechend aufzuwerten. Spätestens mit 1. Jänner 2016 soll die Novelle in Kraft treten". Bei der Primärversorgung gehe es darum, so Wiens Stadträtin weiter, den Best Point of Service endlich konkret anbieten zu können, hier fehle noch immer eine bundesweite rechtliche Grundlage. Punkto Kinderrehabilitation hätten die Länder die Verantwortung übernommen, die Kostenfrage sei geklärt, jetzt müssten schleunigst die Standorte definiert werden.

Stöckl hob hervor, dass man bei der Kinderrehabilitation im Europavergleich weit zurückliege. "Salzburg wartet seit eineinhalb Jahren auf einen Standort, der Hauptverband muss endlich eine Entscheidung treffen".

Androsch unterstrich, dass der Bund bezüglich Primacy Healthcare rasch die gesetzlichen Grundlagen schaffen müsse: "Niederösterreich braucht dringend Pilotprojekte für den Best Point of Service". Auch hinsichtlich TEWEB brauche man die Unterstützung des Bundes: "Niederösterreich mit seiner jahrelangen Erfahrung mit den Notrufen 141 und 144 stellt sich hier als Pilotregion zur Verfügung".